Für die Studierenden an der Hochschule Coburg, die die Fakultät "Soziale Arbeit" gewählt haben, bietet die "Kommunale Jugendarbeit Coburg" verschiedene Praktika an, um die gelernte Theorie im Studium gleich in die Praxis umzusetzen.


Studienbegleitendes Praktikum

Im 2. Semester muss ein studienbegleitendes Praktikum an einer Praktikumsstelle, die vom Praktikanten selbst gewählt wird, absolviert werden.
Dieses kann einerseits jede Woche während des Semesters 2 - 4 Stunden in der ausgewählten Praxisstelle abgearbeitet werden.
Anderseits besteht die Möglichkeit, dies im Rahmen eines Projektpraktikums zu tun, welches "verantwortliche Mitarbeit" oder "eigenständige Durchführung" von ein oder zwei Projektmaßnahmen über 45 Stunden beinhaltet.
Genau diese Variante wurde von uns genutzt, um die Studenten in der KoJa konkret in anstehende Veranstaltungen hineinzubeziehen.

Grundlegende Ziele:

Studenten sollen
  • das Praxisfeld "Soziale Arbeit" kennen lernen
  • systematisches sozialpädagogisches Handeln anwenden(Bedingungs- und Situationsanalyse)
  • Wochenberichte und Abschlussbericht erstellen
  • eigenes berufliches Handeln reflektieren
Diese Reflexionen wurden regelmäßig in Praxisgesprächen behandelt.

In der KoJa wurde während des Projektpraktikums erlebnispädagogisch und gruppendynamisch gearbeitet. Vor allem im Klettergarten "Sauloch", in dem die Studenten erste Klettererfahrungen in Teamarbeit gemeistert haben. Sie konnten eigenen Spiele leiten und diese auch mit ihren Kindern durchführen.

Die Studenten haben eine komplette Projektwoche selber organisiert. Dabei wurden eigene Ideen eingebracht und erste selbstständige sozialpädagogische Erfahrungen gesammelt. Diese wurden dann bei der Veranstaltung "Kinder sind Zukunft" am 24.05.2010 in die Praxis umgesetzt, sowie beim Angebot im KoJa Ferienprogramm zum Thema Spiel, Sport und Gesundheit. Außerdem haben die Studenten am 27.06.2010 beim HABA-Familientriathlon an verschiedenen Stationen mitgeholfen.

Die Studierenden analysieren in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld und Aufgabengebiet die Ausgangssituation einschließlich der Rahmenbedingungen und erstellen darüber eine Bedingungs- und Situationsanalyse. Die Studierenden führen diese Aufgabenstellungen eigenständig und eigenverantwortlich unter fachlicher Anleitung durch und erstellen darüber einen Dokumentationsbericht über abgelaufene Prozesse, eigene Interventionen, Verhaltensweisen der Adressaten, etc.


Praktisches Studiensemester


Das Semesterpraktikum wird im 4. Semester absolviert und dauert 26 Wochen.
Während die Studenten Vollzeit an einer anerkannten Praxisstelle arbeiten, sollen Sie sich
  • Handlungskompetenzen
  • Projektmanagement- und Planungskompetenzen
  • organisatorisch-administrative Kompetenzen
  • Reflexionskompetenz
  • und professionelle Identität aneignen bzw. vertiefen.
Konzeptbildung, Planung und organisatorische Kenntnisse sind für dieses Arbeitsfeld unerlässlich.

Die KoJa legt hinsichtlich des Arbeitsfeldes großen Wert auf den direkten Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt im Semesterpraktikum ist die selbstständige Organisation und Durchführung ergänzender Freizeitaktivitäten und Erholungsmaßnahmen, sowie die Unterstützung und Kooperation mit den örtlichen Jugendgruppen, Vereinen und Jugendinitiativen.

Dieser direkte Kontakt zu Jugendlichen benötigt das Wissen und Erlernen von unterschiedlichen Methoden der Jugendarbeit, wie z. B. Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit, Erlebnispädagogik und Streetwork. Einige von diesen Praxisbereichen können in enger Kooperation des Amtes Jugend und Familie z. B. ASD kennen gelernt werden.

Am Ende des praktischen Studiensemesters sollen die Studenten annähernd in der Lage sein, die für ihr Arbeitsfeld relevanten Arbeitsformen, Vorgehensweisen und Arbeitstechniken sicher anzuwenden und anfallende Aufgaben selbstständig und erfolgreich zu erfüllen.

Diese Erfahrungen macht zurzeit der Semesterpraktikant Benjamin Westphal als erster Jugendpfleger in Meeder. Von ihm wird eigenständiges Arbeiten und viel Kreativität gefordert. Doch dies ermöglicht ihm selbst Schwerpunkte für die Jugendarbeit in der Gemeinde zu setzen und diese auch durchzusetzen, wie er in seinem Artikel über seine Arbeit berichtet.

Liebe Leser!

Seit dem 15. März absolviere ich nun bereits mein Semesterpraktikum für den Studiengang "Soziale Arbeit" im Bereich Jugendarbeit in der Gemeinde Meeder. Die Tätigkeit in der Gemeinde hat mich gereizt, da es dort zwar viel Jugendarbeit in den Vereinen und ein engagiertes Jugendforum gibt, jedoch bislang keine Jugendpflegerstelle eingerichtet wurde und somit viel eigenständiges Arbeiten und Kreativität nötig ist. Diese Selbstständigkeit ist manchmal ganz schön anstrengend, aber sie erlaubt mir, selbst Schwerpunkte für die Jugendarbeit in der Gemeinde zu setzen.
Dies ist zum einen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm, welches ich - teilweise zusammen mit den Vereinen oder anderen Jugendpflegen - plane und durchführe. In den Oster- und Pfingstferien gab es zahlreiche Angebote vom Besuch des SeaStar-Aquariums über einen Skatenachmittag bis hin zum Bowling. Außerdem fand bereits zweimal ein mehrtägiger Film-Workshop statt, in dem Kinder ihren eigenen Kurzfilm drehen konnten. Aber auch Ältere kamen auf ihre Kosten beim gemeinsamen Ausflug nach Bamberg, wo die Jugendlichen verschiedene schwierige Aufgaben bewältigen mussten, wie z.B. aus einer Kartoffel und einer Karotte ein Mittagessen zu ertauschen.
Neben den Ferienprogrammen lege ich großen Wert auf die Schaffung von offenen Jugendtreffs in der Gemeinde. So konnte erst kürzlich nach längerem Stillstand der Jugendraum in Wiesenfeld wieder eröffnet werden. Dort haben Jugendliche ab 13 Jahren die Möglichkeit sich mit Freunden zu treffen, zu kickern oder sich beim Spiele- und Filmabend zu erholen. Bei Problemen ist stets angemessene Betreuung gewährleistet.
Mein dritter Schwerpunkt ist die Vernetzung und Bewerbung der Angebote im Bereich Jugendarbeit. Dies soll insbesondere über einen Kinder- und Jugendwegweiser bewerkstelligt werden, den ich gerade anfertige. In dieser Broschüre werden alle für Kinder und Jugendliche relevanten Angebote im Gemeindegebiet vorgestellt. Auf diesem Weg wird Klarheit über die Angebotsvielfalt geschaffen und die Vereine können neue, junge Mitglieder gewinnen.
Mein Praktikum endet Mitte September, danach geht es zurück ins Studium. Bis dahin gilt es für mich noch, die geschaffenen Strukturen zu verfestigen, um ein möglichst hohes Maß an Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Denn leider herrscht noch Unklarheit darüber, wie es mit der Jugendarbeit in Meeder weiter geht. Aus fachlicher Sicht und auf Grundlage der Rückmeldungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern halte ich es für sinnvoll, die offene Jugendarbeit vor Ort fortzuführen, damit das Begonnene nicht wieder einschläft und langfristig gute Strukturen geschaffen werden können.

In diesem Sinne
Benjamin Westphal

Ausbildungsverbund

Der Ausbildungsverbund ist eine freiwillige Leistung von der KoJa an den Landkreis, durch welche die Jugendpflege vor Ort unterstützt werden soll.
Dieser wird durch mehrere sozialpädagogische Fachkräfte geleitet, dazu gehören z. B. Anneleen Höing (Kommunale Jugendarbeit, Grundlagen der Gruppendynamik), Jürgen Forscht (Allgemeines Verwaltungshandeln, Familien- und Sozialpolitik im Landkreis) oder Gudrun Rother (Jugendsozialarbeit an Schulen). Aber es haben auch schon Jugendpfleger aus dem Landkreis, die sich jeweils auf einen bestimmten Bereich spezialisiert haben, den Studenten einen umfassenden Einblick in ihr eigenes Berufsfeld gewährt. Außerdem hat der Geschäftsführer des Kreisjugendrings Coburg, Stefan Schwuchow, referiert.
In den bisher drei Sitzungen haben sich die 6 Praktikanten von der Hochschule Coburg fundierte und fachlich-theoretische Inhalte der Kommunalen Jugendpflege angeeignet und Reflexion und Evaluation in Einzelgesprächen und Gruppen erfahren. Ebenfalls wurde über Probleme, die bei jedem einzelnen während der Arbeit aufgetreten sind, besprochen und nach passenden Lösungen gesucht.

Die Inhalte orientieren sich an relevanten Themen im Arbeitsfeld der Kommunalen Jugendarbeit. Einzelne Themen werden als Informationen vermittelt, andere anhand von Fallarbeit, Rollenspielen, Planspielen etc. Damit werden neben Theorie auch praktische Inhaltliche lebendig gelernt.


Verfasst von Jana Klein, FOS Praktikantin 2010